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4. Erste Konfiguration
- Übersicht
- Die honeywall.conf Konfigurationsdatei
- Dialogmenü
- SSL und SSH Fingerprint
- Konfiguration des Betriebssystems

4.1 Übersicht
Nachdem sie die Installation der Honeywall CD-ROM abgeschlossen haben und der
Neustart erfolgt ist haben sie auf ihrer Festplatte ein voll funktionsfähiges Fedora
Core 3 Betriebssystem plus der Funktion als Honeywall. Dieses Betriebssystem ist eine
gehärtete Minimalinstallation. Es besteht aus
233 RPMs,
inklusive der von uns
entwickelten, die die Honeywallfunktionen bereitstellen. Nach dem ersten Start wir das
System gehärtet indem das Skript /usr/local/bin/lockdown-hw.sh ausgeführt wird.
Dieses Skript basiert auf Empfehlungen des
Center for Internet Security (CIS)
und des
National Institute of Standards and Technology (NIST).
Die Honeywall CD-ROM
nutzt aber den Fedora Core 3 Kernel, in dem keine kernelbasierten
Sicherheitsfeatures aktiviert sind. Sie sollten in Erwägung ziehen, nach der Installation einen
eigenen Kernel mit Sicherheitsfunktionen wie grsecurity zu bauen.
Nach dem Neustart befinden sie sich an einem Kommandozeilenlogin. Wie sie
wissen, handelt es sich um ein Minimalsystem, bei dem keine lokale
Fensterunterstützung installiert ist (sie können diese nachinstallieren oder die Anpassung, siehe
Kapitel 7, verwenden, wenn sie möchten. Die Grundinstallation enthält sie jedoch nicht).
Von diesem Loginprompt aus beginnt die Erstkonfiguration der Honeywall. Der Sinn
dieser Maßnahme ist es, alle Variablen zu setzen, die die Honeywall und das
Betriebssystem für eine einwandfreie Funktion benötigen. Um dies zu bewerkstelligen
gibt es zwei Wege:
- Erzeugen sie von Hand eine honeywall.conf Konfigurationsdatei, die
während der Installation (siehe Kapitel 3) eingelesen wird, oder
kopieren sie eine existierende Datei nach Abschluß der Installation auf das System.
- Verwenden des
Menüs.
Das Menü hat sich gegenüber der vorigen Honeywall Eeyore nicht
verändert. Es wird genutzt, wenn sie an der
Systemkonsole sind oder Zugriff über ein Remote-Terminal (wie z.B. SSH) haben. Sie
können über dieses Menü eine neue honeywall.conf Datei erstellen oder
die auf der CD-ROM enthalten bearbeiten.
Die Honeywall hat zwei Standardaccounts: roo (User ID 501) und root (User ID 0).
Beide haben anfangs das gleiche Passwort honey, das Sie sofort ändern sollten. Ein
Anmelden als root ist nicht möglich, so das sie sich als roo anmelden müssen um
dann per su zu root zu werden. Die Honeywall unterstützt virtuelle Terminals auf der
Konsole, auf die über die Tastenkombination ALT+F1 bis F9 zugegriffen werden
kann. Wenn sie sich das allererste Mal als root an einem unkonfigurierten System
anmelden, werden sie in das Menü geschickt und ein
Hinweis
das sie das System
konfigurieren müssen wird angezeigt. Nachdem das System konfiguriert ist müssen
sie das Menü als root entweder manuell starten oder die HwMANAGE_DIALOG
Variable so setzen, das das Menü immer auf dem virtuellen Terminal 1 (ALT+F1)
gestartet wird. Nachdem der Setupprozess durchgelaufen ist, müssen sie den
Fingerabdruck ihres SSL-Zertifikates von Hand bestätigen. Abschließend gibt es noch
weitere Optionen mit denen man das Betriebssystem konfigurieren kann.

4.2 Die honeywall.conf Konfigurationsdatei
Die Datei honeywall.conf ist eine ASCII-Textdatei, die alle Variablen und ihre Werte
enthält, die das Betriebssystem und die Honeywall nutzen. Die Honeywall CD-ROM
enthält eine
Standardversion
der honeywall.conf Datei. Wenn sie ihr System
konfigurieren möchten, müssen sie ihre eigene /etc/ honeywall.conf verwenden. Es ist sehr
wichtig zu verstehen, das die Honeywall-Skripte nicht die /etc/honeywall.conf
verwenden um sich zur Laufzeit zu konfigurieren. Dies tun sie über Variablen, die als
Dateien im hw/conf Konfigurationsverzeichnis abgelegt sind (es wird Benutzern
davon abgeraten, diese Dateien direkt zu bearbeiten). Man kann eine Erstkonfiguration
vornehmen, indem man alle Variablen aus einer bestehenden honeywall.conf auf
eine neue Honeywall überträgt und daraus die Einträge für /hw/conf erzeugt. Klingt
kompliziert, ist aber ganz einfach.
Man benutzt dazu den Befehl /usr/local/bin/hwctl auf der Kommandozeile der
Honeywall, ohne das Menü aufzurufen. Kopieren sie ihre vorkonfigurierte
honeywall.conf Datei (z.B. von Diskette oder einem USB-Gerät) nach
/etc/honeywall.conf auf dem Laufwerk ihrer Honeywall. Danach geben sie folgenden Befehl ein
/usr/local/bin/hwctl -s -p /etc/honeywall.conf
Dieser Befehl interpretiert die Werte in der Datei, erzeugt die Einträge in /hw/conf
und startet die Honeywall-Dienste.
Das war alles! Danach ist ihre Honeywall voll funktionsfähig und nutzt ihre
Einstellungen. Sie können ganz auf die Verwendung des Menüs verzichten (vorausgesetzt,
ihre Variablen waren richtig gesetzt) und direkt das Webinterface Walleye benutzen.
Auf diese Weise konfiguriert sich eine Honeywall, die ohne Tastatur und Monitor
("headless") betrieben wird. hwctl ist teilweise über eine eingebaute Hilfefunktion
(hwctl –h) dokumentiert. Mehr über die Funktionsweise der Variablen und ihre interne
Bedeutung erfahren sie in Kapitel 5 und in
Kapitel 8.

4.3 Dialogmenü
Die zweite und normalerweise genutzte Methode eine neu installierte Honeywall zu
konfigurieren ist die Verwendung des
Menüs.
Beachten sie, dass sie nicht die
Weboberfläche zur Ersteinrichtung verwenden können, da die Honeywall keine
Einstellungen für die Management IP, zugelassene Manager und keine Firewallregel, die
externen Webzugriff zulässt, hat. Daraus folgt, dass sie die Weboberfläche nicht
verwenden können. Wenn sie sich als root anmelden und ihr System noch nie
konfiguriert wurde, wird automatisch das Menü für sie gestartet. Sie können es allerdings
auch durch den Befehl menu starten. Achtung: nur root kann das Menü nutzen, da
kein anderer Nutzer die nötigen Rechte hat.
Um das System dialoggesteuert zu konfigurieren starten sie das Menü. Ihnen werden
sechs Punkte
zur Auswahl angezeigt. die Honeywall wird unter "4: Honeywall
Konfiguration" eingerichtet (oder neu eingerichtet, wenn sie das System komplett neu
konfigurieren möchten). Dieser Menüpunkt ist modal, d.h. er verhält sich unterschiedlich,
je nach dem ob noch eine Erstkonfiguration gemacht werden muss, oder ob das
System bereits konfiguriert wurde. Im letzteren Falle bietet es die Umkonfigurierung
einzelner Komponenten oder eine komplette Neukonfiguration an. Da wir im Moment die
Installation beschreiben, beschränken wir uns auf den Modus "Erstkonfiguration".
Nachdem sie Punkt 4 gewählt haben, werden ihnen
drei Möglichkeiten
zur Erstkonfiguration angezeigt.
- Floppy: mit dieser Methode liest das System eine bereits existierende
honeywall.conf Datei von einer Diskette ein und konfiguriert das System. Das
ähnelt dem oben beschriebenen Vorgehen, ist aber vollständig automatisiert.
- Defaults: nutzt die Standard
honeywall.conf
Datei, die mitgeliefert wurde.
[Anmerkung: bei der ersten Installation wird eine Kopie namens
/etc/honeywall.conf.orig von der ursprünglichen /etc/honeywall.conf
angelegt. Diese Datei enthält die "Werkseinstellungen", auf die wir später noch
kommen.]
- Interview: das Menü stellt eine Reihe von Fragen, um die die Informationen
zu erhalten die es braucht. Anschließend konfiguriert sich das System ba-
sierend auf diesen Informationen. Wir empfehlen diese Informationen
rechtzeitig zur Hand zu haben. Lesen sie das Dokument
Initial Setup Information
(noch nicht übersetzt)
um zu erfahren, was für Informationen abgefragt werden.
Nach der Erstkonfiguration werden ihnen unter dem Punkt 4 einzelne Optionen zur
Konfiguration der größeren Kategorien angezeigt (z.B. bridge/NAT Modus und
IP-Adressinformationen, Informationen zum Remote Management,
Bandbreitenbeschränkungen etc.). Dieses Menü erlaubt ihnen die Anpassung der Honeywall an
ihre Bedürfnisse. Änderungen werden aktiv nachdem sie auf die
Konfigurationsvariablen angewandt wurden. Zusätzlich wird eine Sicherung der Datei
/etc/honeywall.conf angelegt und mit einer Erweiterung versehen
(.0, .1 bis .9). Das
ermöglicht es ihnen, Fehler rückgängig zu machen oder zu früheren Konfigurationen
zurückzukehren. [Anmerkung: diese Möglichkeit ist bis jetzt weder über das Menü
noch über die Weboberfläche Walleye erreichbar. Sie können aber immer den Befehl
hwctl –r –p verwenden, der in diesem Handbuch beschrieben wurde.]
Als letzten Punkt im Menü gibt es
"13: Neukonfiguration".
Dieser Punkt bietet ihnen
die gleichen Möglichkeiten wie bei einer Neuinstallation: einlesen einer existierenden
honeywall.conf, der /etc/honeywall.conf.orig Datei mit den Werkseinstellungen oder
den Interviewmodus. [WARNUNG! Falls sie remote angemeldet sind, seien sie
SEHR VORSICHTIG. Erstens wird der SSH-daemon neu gestartet und so ihre
Verbindung unterbrochen. Zweitens KANN es sein, das sie keine Zugriffsmöglichkeiten
von remote mehr haben, wenn sie einen Fehler in der IP-Konfiguration oder den
Firewalleinstellungen gemacht haben oder wichtige Parameter wie die Manager IP-
Adresse ändern. Das ist besonders dann kritisch, wenn sie ein System „headless "
betreiben, da sie dann keine Möglichkeit mehr haben das System über die Konsole
zu konfigurieren.]

4.4 SSL und SSH Fingerprint
Sofern sie nicht ein selbst angepasstes ISO-Image verwenden und/oder existierende
SSH-Schlüssel von einer Diskette importiert haben, werden bei der Installation neue
SSH-Schlüssel und ein SSL-Zertifikat erzeugt. Diese sind für eine verschlüsselte
Kommunikation über SSH und SSL notwendig. Bevor sie sich remote mit der Honeywall
verbinden wird es dringend empfohlen, sich auf die Überprüfung der
Fingerabdrücke dieses Schlüssels bzw. dieses Zertifikats vorzubereiten (neue Schlüssel
bei der ersten Verbindung einfach zu akzeptieren macht sie anfällig für einen
"man-in-the-middle" Angriff). Das kann über die Kommandozeile geschehen
Für SSL: /usr/bin/openssl x509 -noout -fingerprint -text < /etc/walleye/server.crt
Für SSH: /usr/bin/ssh-keygen -l -f /etc/ssh/ssh_host_rsa_key
Wenn sie ihr selbstsigniertes Zertifikat von Hand erstellen wollen, folgen sie für SSL
den Anweisungen hier:
Generating Your Own SSL Certificate
(noch nicht übersetzt). Für SSH können sie den Befehl ssh-keygen verwenden.

4.5 Konfiguration des Betriebssystems
Nachdem die Honeywall konfiguriert wurde gibt es noch einige Anwendungen, die von der
Kommandozeile aus konfiguriert und aktiviert werden müssen.
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